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Toggle🌿 Wildkräuter sammeln August: Die 7 besten Pflanzen für deine Vorratskammer
Die zweite Ernte des Jahres
Viele denken, die Zeit der zarten Kräuter sei vorbei. Doch das Gegenteil ist der Fall: Wildkräuter sammeln im August ist besonders lohnenswert. Die Pflanzen haben den ganzen Sommer Sonne getankt und sind jetzt vollgepackt mit ätherischen Ölen, Samen und Heilkräften.
Während im Frühjahr das frische Grün lockte, geht es jetzt um Blüten und Samen. In diesem Beitrag zeigen wir dir genau, welche 7 Schätze du jetzt in deinen Korb legen solltest, um deine Hausapotheke und Vorratskammer kostenlos aufzufüllen.
Warum sich das Sammeln jetzt lohnt
Der August ist der Monat der Reife. Wer sich jetzt aufmacht zum Wildkräuter sammeln im August, profitiert von der konzentrierten Sonnenkraft. Es ist der perfekte Zeitpunkt, um Vorräte für den Winter anzulegen, sei es als Tee, Tinktur oder würziges Trockengewürz.
Der Klassiker: Brennnessel (Urtica dioica)
Die Brennnessel ist die Königin der Wildpflanzen. Im August ist sie doppelt wertvoll: Zum einen bilden sich an den weiblichen Pflanzen die kraftvollen Samen, zum anderen treiben nach einer Mahd oft zarte, neue Blätter aus.
Sammelgut: Samenrispen (Superfood!) und junge Triebspitzen.
Verwendung: Samen trocknen für Müsli; Blätter für Tee oder Spinat.
Besonderheit: Einer der besten heimischen Eisenlieferanten.
Der Wiesen-Arzt: Spitzwegerich (Plantago lanceolata)
Der Spitzwegerich ist leicht zu erkennen und unverzichtbar. Seine Blätter sind im August oft sehr kräftig und eignen sich hervorragend zum Trocknen für die Erkältungszeit.
Erkennen: Schmale Blätter mit parallelen Längsrillen (Adern).
Wirkung: Die Schleimstoffe wirken reizlindernd bei Husten. Äußerlich zerrieben hilft der Saft gegen den Juckreiz von Insektenstichen (wegen der antibakteriellen Eigenschaften).
Verwendung: Hustensirup ansetzen oder Blätter für Teemischungen trocknen.
Die Frauen-Pflanze: Schafgarbe (Achillea millefolium)
Die „Augenbraue der Venus“ blĂĽht im August noch wunderschön weiĂź (manchmal rosa). Sie ist eine der wichtigsten Pflanzen beim Wildkräuter sammeln im August.
Erkennen: Sehr fein gefiederte Blätter („Tausendblatt“) und DoldenblĂĽten.
Wirkung: Enthält Bitterstoffe, die krampflösend und verdauungsfördernd wirken können.
Verwendung: Die oberen 10 cm blühend abschneiden, bündeln und kopfüber trocknen für Tee oder Sitzbäder.
Das Sonnen-Kraut: Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum)
Das Johanniskraut hat die Sonne des Sommers gespeichert. Um die Wirksamkeit zu testen, zerreibe eine gelbe Blüte zwischen den Fingern – tritt roter Saft aus, ist es das Echte Johanniskraut.
Erkennen: „Perforierte“ Blätter (gegen das Licht halten) und rot färbender BlĂĽtensaft.
Verwendung: Das berĂĽhmte „Rotöl“. BlĂĽten in Ă–l einlegen und 6 Wochen in die Sonne stellen. Ein traditionelles Hausmittel zur Pflege von Narben und bei Muskelverspannungen.
Sicherheit: Rotöl erhöht die Lichtempfindlichkeit der Haut – nach der Anwendung direkte Sonne meiden!
Die Vitamin-Bombe: Giersch (Aegopodium podagraria)
Viele Gärtner hassen ihn, doch Selbstversorger lieben ihn. Giersch treibt bis in den Herbst immer wieder frisch aus und liefert Vitamine zum Nulltarif.
Erkennen: Dreikantiger Stängel, dreigeteiltes Blatt. Riecht nach Möhre/Petersilie.
Verwendung: Als Petersilien-Ersatz, fĂĽr Pesto oder Limonade.
Power: Enthält ein Vielfaches an Vitamin C im Vergleich zur Zitrone.
Die Beruhigende: Echte Kamille (Matricaria chamomilla)
Die Echte Kamille ist der Inbegriff des Heiltees. Im August kannst du die letzten Blütenköpfe für deinen Wintervorrat sichern.
Das sichere Merkmal: Der gelbe BlĂĽtenboden ist innen hohl, wenn du ihn aufschneidest. Das unterscheidet sie von der geruchlosen Falschen Kamille.
Wirkung: Traditionell genutzt wegen der entzĂĽndungshemmenden und beruhigenden Eigenschaften.
Verwendung: Blütenköpfe trocknen für Tee.
Der Bonus-Tipp: BeifuĂź (Artemisia vulgaris)
Um die „7 Kräuter“ aus dem Titelbild vollzumachen, darf der BeifuĂź nicht fehlen. Er ist das GewĂĽrz fĂĽr schwere Speisen und steht im August in voller BlĂĽte an fast jedem Wegesrand.
Erkennen: Stängel oft rötlich überlaufen, Blattunterseite silbrig-weiß filzig.
Verwendung: Die oberen Rispen (noch knospig oder blühend) trocknen. Unverzichtbar für Gänsebraten oder fette Eintöpfe, da die Bitterstoffe die Fettverdauung unterstützen.
Sammel-Guide fĂĽr August
| Pflanze | Sammelgut | Traditionelle Verwendung |
| Brennnessel | Samen | Kraftfutter / Superfood |
| Spitzwegerich | Blätter | Hustentee / Insektenstiche |
| Schafgarbe | BlĂĽhendes Kraut | Frauentee / Magenwohl |
| Johanniskraut | Blüten | Rotöl (Muskeln/Hautpflege) |
| Giersch | Junge Blätter | Salat / Pesto |
| Kamille | Blütenköpfe | Beruhigungstee |
| BeifuĂź | Rispen | GewĂĽrz fĂĽr deftige Speisen |
🌸 Abschluss & Ausblick
Der August ist ein Fest der Fülle. Wenn du jetzt mit offenen Augen durch die Natur gehst und Wildkräuter sammeln im August zu deiner Routine machst, füllst du deine Apotheke kostenlos auf. Jedes Glas getrockneter Kräuter ist ein Stück Unabhängigkeit für den Winter.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann man Giersch mit giftigen Pflanzen verwechseln?
Ja, es besteht eine Verwechslungsgefahr mit anderen Doldenblütlern (z.B. Schierling), die sehr giftig sind. Achte auf den dreikantigen Stängel und den Möhrengeruch – das sind sichere Merkmale des Gierschs.
Darf ich in Naturschutzgebieten sammeln?
Nein, in Naturschutzgebieten gilt ein striktes Pflückverbot. Nutze für das Wildkräuter sammeln im August nur öffentliche Flächen oder private Grundstücke mit Erlaubnis.
Wie lange sind getrocknete Kräuter haltbar?
Dunkel und trocken gelagert halten sie etwa 1 Jahr. Danach verlieren sie deutlich an Aroma und Wirkkraft. Die neue Ernte ersetzt dann den alten Vorrat.

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