Der Sommer neigt sich dem Ende zu, doch im Beet ist noch lange nicht Schluss. Wer im August noch einmal zur Saatgutschachtel greift, kann bis weit in den Herbst und teils sogar über den Winter hinweg frisches Gemüse ernten. Feldsalat, Radieschen, Spinat, Rucola und einige robuste Asia-Salate gehören zu den Kulturen, die sich im August vielerorts noch gut aussäen lassen. Gegen Ende des Monats kommt je nach Region auch Winterportulak infrage. Je nach Gemüseart und Region kann es sich bei später gesäten Kulturen auch lohnen, statt einer Direktsaat lieber auf vorgezogene Jungpflanzen zu setzen, um trotz der kürzer werdenden Vegetationsperiode einige Wochen Vorsprung zu gewinnen.

Schnellübersicht
- Dauer bis zur Ernte: je nach Gemüse etwa 4–10 Wochen; Feldsalat und Winterportulak sind bei später Aussaat häufig erst im Winter erntereif.
- Schwierigkeit: gering bis mittel, ideal auch für Garten-Einsteiger
- Saisonvorteil: nutzt die verbleibende Wärme des Spätsommers; mit kürzer werdenden Tagen lässt der Hitzestress bei vielen Kulturen allmählich nach
- Praxistipp: nach der Aussaat gleichmäßig feucht halten, da der Boden im August schnell austrocknet
- Flächennutzung: abgeerntete Sommerbeete können direkt für eine zweite Kultur genutzt werden
- Regionaler Unterschied: in milden Lagen kann oft noch bis September gesät werden, in kühleren Regionen oder Höhenlagen empfiehlt sich meist ein früherer Zeitpunkt
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Diese Gemüsearten eignen sich für die Aussaat im August
Nicht jede Gemüseart verträgt die kürzer werdenden Tage und die kühleren Nächte gleichermaßen gut. Die folgenden Kulturen gelten als besonders zuverlässig für eine späte Aussaat und liefern in der Regel auch bei nachlassender Tageslänge noch eine zufriedenstellende Ernte.
Feldsalat
Feldsalat gehört zu den klassischen Kulturen für Herbst und Winter und kann von Ende Juli bis in den September hinein ausgesät werden. Er keimt zuverlässig bei kühleren Bodentemperaturen und verträgt leichten Frost meist ohne Probleme, wodurch er sich für eine Ernte bis in den Winter hinein eignet.
Radieschen
Radieschen zählen zu den schnellsten Gemüsearten überhaupt und können je nach Sorte bereits nach 4–6 Wochen geerntet werden. Eine Aussaat bis Anfang September ist vielerorts noch möglich, sofern eine geeignete Herbstsorte gewählt wird und die Pflanzen vor anhaltender Kälte noch ausreichend Zeit zur Entwicklung haben.
Spinat
Spinat bevorzugt kühlere Temperaturen und neigt bei großer Hitze zum vorzeitigen Schossen. Im August gesät, profitiert er von den milder werdenden Temperaturen und liefert in der Regel innerhalb von 6–8 Wochen eine erste Ernte.
Rucola
Rucola wächst schnell und kann mehrfach beerntet werden, da er nach dem Schnitt meist wieder austreibt. Eine Aussaat ist bis weit in den September hinein möglich, wobei spätere Sätze häufig milder im Geschmack ausfallen als die scharfen Sommerpflanzen.
Winterportulak
Winterportulak, auch Postelein genannt, gehört zu den kältetolerantesten Blattgemüsen überhaupt und kann teils bis in den Hochwinter hinein geerntet werden. Gegen Ende August kann Winterportulak in kühleren Lagen bereits ausgesät werden. In milden oder noch sehr warmen Regionen ist eine Aussaat ab September meist zuverlässiger.
Asia-Salate
Asia-Salate wie Mizuna, Tatsoi und Blattsenf zählen zu den unterschätzten Kulturen für die Spätsommeraussaat. Sie wachsen zügig, vertragen leichte Kälte gut und bringen mit ihren würzigen bis scharfen Noten Abwechslung ins Herbstbeet. Auch Pak Choi kann im August noch gelingen, gilt jedoch als etwas anspruchsvoller und sollte passend zur Sorte sowie möglichst nicht während einer ausgeprägten Hitzeperiode ausgesät werden, da er sonst zum Schossen neigen kann.
🌿 Wow-Fakt: Winterportulak wird auch Postelein, Tellerkraut oder Kuba-Spinat genannt. Die kältetolerante Pflanze liefert selbst in der kalten Jahreszeit frische, leicht nussig schmeckende Blätter – ein kleines Stück Ernte, wenn im restlichen Garten längst Ruhe eingekehrt ist.

Direktsaat oder Jungpflanzen: Was ist im August sinnvoller?
Bei schnell wachsenden Kulturen wie Radieschen oder Rucola ist eine Direktsaat ins Beet meist ausreichend, sofern Sorte und Aussaatzeit zur Region passen. Bei etwas langsamer wachsenden Arten wie Pak Choi kann es sich hingegen lohnen, auf vorgezogene Jungpflanzen aus dem Gartencenter zurückzugreifen, um einige Wochen Vorsprung zu gewinnen. Wer selbst vorziehen möchte, kann dies auf der Fensterbank oder im Frühbeet tun und die Jungpflanzen erst nach einigen Wochen ins Freiland setzen.
| Gemüse | Aussaat bis | Erntezeit ab Aussaat | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Feldsalat | Anfang September | 6–8 Wochen | frosthart, Winterernte möglich |
| Radieschen | Anfang September | 4–6 Wochen | sehr schnellwüchsig |
| Spinat | Mitte September | 6–8 Wochen | mag kühlere Temperaturen |
| Rucola | Ende September | 4–5 Wochen | mehrfacher Nachschnitt möglich |
| Winterportulak | September, in milden Lagen teils bis Anfang Oktober | ab etwa 8–10 Wochen, bei kühlem Wetter später | winterhart, sehr vitaminreich |
| Asia-Salate | Anfang September | 5–7 Wochen | kältetolerant, würziger Geschmack |
Mehr Vielfalt fürs nächste Gartenjahr: Viele alte Gemüsesorten sind robust, samenfest und eine spannende Ergänzung für den Selbstversorgergarten. In meinem Ratgeber über alte Nutzpflanzen findest du vergessene Gemüsearten und erfährst, welche davon sich für den eigenen Anbau lohnen.
Auf die Region kommt es an
Wie lange sich eine Aussaat im Spätsommer noch lohnt, hängt stark vom Standort ab. In milden Regionen und Weinbaulagen kann oft noch bis in den September hinein gesät werden, während in Höhenlagen oder kühleren Gegenden ein früherer Zeitpunkt sinnvoller ist. Im Zweifel haben die Angaben auf der Saatgutpackung Vorrang vor allgemeinen Richtwerten. Für die Ernte im Spätherbst oder Winter lohnt sich außerdem die gezielte Wahl frosttoleranter Sorten. Zu beachten ist zudem, dass sich die Erntezeiten bei sinkenden Temperaturen häufig verlängern – die genannten Wochenangaben gelten in erster Linie für milde Herbstbedingungen und können sich bei früher Kälte deutlich nach hinten verschieben.
Tipps für eine erfolgreiche Spätsommeraussaat
- Boden feucht halten: Im August trocknet die oberste Bodenschicht schnell aus, weshalb regelmäßiges, mäßiges Gießen nach der Aussaat sinnvoll ist
- Abends aussäen und angießen: So bleibt die obere Bodenschicht länger feucht und trocknet nach der Aussaat nicht sofort in der Mittagssonne aus
- Schädlinge im Blick behalten: Ein feinmaschiges Kulturschutznetz kann junge Radieschen, Pak Choi und Asia-Salate vor Erdflöhen und anderen Schädlingen schützen
- Vlies bereithalten: Ein leichtes Gartenvlies kann später bei ersten kühlen Herbstnächten zusätzlichen Schutz bieten
- Beet auflockern: Nach der Ernte einer Sommerkultur profitiert der Boden von einer leichten Lockerung, bevor neue Samen ausgebracht werden
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Praxiswissen: Die August-Aussaat wird leicht übersehen, obwohl sich abgeerntete Sommerbeete damit noch einmal sinnvoll nutzen lassen. Besonders Feldsalat und Winterportulak eignen sich für eine Ernte in der kühleren Jahreszeit.
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Häufige Fragen zur Aussaat im August
Welches Gemüse kann man im August noch säen?
Im August lassen sich unter anderem Feldsalat, Radieschen, Spinat, Rucola und verschiedene Asia-Salate wie Mizuna aussäen. Gegen Ende des Monats kommt je nach Region auch Winterportulak infrage. Abhängig von Sorte, Standort und Witterung kann außerdem Pak Choi noch erfolgreich angebaut werden.
Bis wann kann man im Spätsommer noch Gemüse aussäen?
Das hängt von der jeweiligen Gemüseart ab. Viele Kulturen können noch bis Anfang oder Mitte September ausgesät werden. Besonders kältetolerante Arten wie Feldsalat oder Winterportulak lassen sich je nach Region und Witterung teilweise auch noch später säen.
Sind Jungpflanzen im August besser als eine Direktsaat?
Bei schnell wachsenden Kulturen wie Radieschen genügt eine Direktaussaat meist vollkommen. Langsamer wachsende Gemüsearten können als vorgezogene Jungpflanzen einen zeitlichen Vorsprung bieten und bis zum Herbst besser anwachsen.
Fazit
Auch wenn der Sommer sich dem Ende zuneigt, ist im Gemüsebeet noch längst nicht Schluss. Mit der richtigen Sortenwahl und etwas Aufmerksamkeit bei der Bodenfeuchte lässt sich aus einer späten Aussaat im August noch eine zweite Erntewelle gewinnen, die den Garten bis weit in den Herbst und teils sogar über den Winter hinweg lebendig hält. Wer jetzt noch einmal zur Saatgutschachtel greift, kann sich im Herbst und je nach Kultur sogar im Winter über frisches Grün aus dem eigenen Beet freuen – ein kleines, aber beständiges Stück Erntegefühl, das den Übergang in die kalte Jahreszeit deutlich versüßt.
Haftungsausschluss: Die Angaben zu Aussaatzeiten und Erntedauern in diesem Beitrag sind allgemeine Richtwerte und können je nach Region, Witterung und Sorte variieren. Für eine erfolgreiche Anzucht empfiehlt sich in der Regel die zusätzliche Beachtung der jeweiligen Sortenhinweise auf der Saatgutverpackung.
