Angelköder selber machen: 5 einfache Köder aus Küche und Garten

Angelköder müssen nicht immer aus dem Fachhandel kommen. Einige bewährte Köder findest du direkt im Garten, in der Küche oder im Vorratsschrank. Gerade für Selbstversorger ist das praktisch: Was ohnehin angebaut, geerntet oder bevorratet wird, kann teilweise auch beim Angeln genutzt werden.

Von Regenwürmern bis zum einfachen Teig zeige ich dir fünf unkomplizierte Köder, die sich ohne großen Aufwand vorbereiten lassen.

Maskottchen am See mit Angelrute und Regenwurm sowie einfachen Angelködern aus Küche und Garten wie Mais, Kartoffeln, Erbsen und Teig

Schnellübersicht

  • Regenwürmer, Mais, Kartoffeln, Teig und Erbsen können als einfache Angelköder genutzt werden.
  • Viele Zutaten stammen direkt aus Garten, Küche oder Vorrat.
  • Regenwürmer findest du im Garten oder kannst sie in einer eigenen Wurmkiste halten.
  • Für Kartoffelköder eignen sich gegarte, aber noch feste Kartoffelstücke.
  • Ein einfacher Angelteig lässt sich bereits aus Mehl und wenig Wasser herstellen.
  • Welcher Köder funktioniert, hängt auch von Fischart, Gewässer und Jahreszeit ab.
  • Prüfe vor dem Angeln immer kurz die Gewässerordnung und die aktuell geltenden Bestimmungen.

1. Regenwürmer aus Garten und Wurmkiste

Regenwürmer gehören zu den bekanntesten Naturködern überhaupt. In einem naturnahen Garten findest du sie häufig in humusreicher, feuchter Erde, unter Brettern oder nach einem Regenschauer.

Für kurze Zeit kannst du gesammelte Würmer in einer belüfteten Dose mit etwas feuchter Erde oder geeignetem Substrat aufbewahren. Die Dose sollte kühl stehen und das Substrat weder austrocknen noch völlig vernässen.

Wenn du ohnehin organische Küchenreste verwerten möchtest, kann auch eine eigene Wurmkiste interessant sein. Wie du eine einfache Variante aus Holz baust, zeige ich dir in meinem BeitragWurmkiste aus Holz bauen – Anleitung für Selbstversorger.

Sammle Würmer möglichst nur aus unbelastetem Boden und nimm nicht mehr mit, als du tatsächlich benötigst.

Schon gewusst? Regenwürmer atmen über ihre Haut. Damit der Gasaustausch funktioniert, muss diese feucht bleiben. Deshalb ziehen sie sich bei Trockenheit häufig in tiefere und feuchtere Bodenschichten zurück.

2. Mais als einfacher Pflanzenköder

Weicher Mais ist ein unkomplizierter Pflanzenköder, der sich leicht transportieren und anködern lässt. Besonders praktisch ist er, wenn du selbst Zuckermais anbaust oder ohnehin Mais im Vorrat hast.

Die Körner sollten weich, aber noch stabil genug sein, damit sie beim Anködern nicht sofort auseinanderfallen. Mais aus der Dose ist bereits weich. Selbst geernteter Zuckermais sollte entsprechend vorbereitet werden.

Gerade im Spätsommer und Herbst passt Mais gut zum Selbstversorgergedanken: Ein Teil der Ernte landet in der Küche oder im Vorrat, während eine kleine Menge bei Bedarf auch mit zum Angeln genommen werden kann.

Wer Mais zusammen mit Bohnen und Kürbis anbauen möchte, kann sich außerdem mit einem Milpa-Beet beziehungsweise Drei-Schwestern-Beet beschäftigen.

3. Kartoffeln aus dem eigenen Vorrat

Auch Kartoffeln wurden traditionell als Köder beim Friedfischangeln verwendet. Am praktischsten sind dafür gegarte, aber noch feste Kartoffeln.

Schneide daraus kleine Würfel oder Stücke. Sie sollten weich genug sein, damit sie sich anködern lassen, gleichzeitig aber fest genug bleiben, um beim Auswerfen nicht sofort auseinanderzufallen.

Für Selbstversorger ist das besonders praktisch, weil Kartoffeln häufig ohnehin angebaut und über längere Zeit eingelagert werden. Für den Köder brauchst du nur eine kleine Menge.

Rohe, harte Kartoffelstücke sind für diesen Zweck deutlich weniger geeignet.

4. Einfachen Angelteig selber machen

Einer der unkompliziertesten selbst gemachten Angelköder ist ein einfacher Teig aus wenigen Grundzutaten.

Einfacher Grundteig

Gib etwas Mehl in eine kleine Schüssel und füge nach und nach wenig Wasser hinzu. Verknete beides, bis ein fester und geschmeidiger Teig entsteht.

Forme daraus kleine Portionen, die sich gut um den Haken drücken lassen.

Der Teig sollte:

  • nicht zu weich sein,
  • nicht stark an den Fingern kleben,
  • nicht trocken und bröselig werden,
  • möglichst gut am Haken halten.

Tipp: Bereite zunächst nur eine kleine Menge Angelteig zu. So kannst du die Konsistenz nach Bedarf anpassen und vermeidest, dass unnötig Lebensmittel übrig bleiben.

Wenn Mehl zu deinem Grundvorrat gehört, passt dazu auch mein Beitrag Mehl richtig lagern: So schützt du deinen Vorrat vor Feuchtigkeit und Schädlingen.

Wenn du einen spezielleren Köder für das Karpfenangeln herstellen möchtest, findest du außerdem meine Anleitung Boilies selber machen im Mai.

5. Erbsen als natürlicher Köder

Auch Erbsen können als pflanzlicher Angelköder eingesetzt werden. Geeignet sind weiche, aber noch stabile Erbsen, die sich befestigen lassen, ohne sofort zu zerfallen.

Sehr weiche Erbsen sind weniger praktisch, weil sie schnell vom Haken rutschen können. Zu harte Erbsen lassen sich dagegen nur schwer anködern.

Wenn du selbst Erbsen anbaust, ist das ein weiteres Beispiel dafür, wie sich Garten und Angeln miteinander verbinden lassen: Aus einer ganz normalen Kulturpflanze wird neben Gemüse für die Küche bei Bedarf auch ein einfacher Angelköder.

Welcher Köder passt zu welchem Fisch?

Infografik mit Übersicht, welcher Angelköder zu welchem Fisch passt, darunter Regenwurm, Mais, Kartoffel, Teig und Erbse

Die Zuordnung bedeutet jedoch nicht automatisch, dass du die jeweilige Fischart an deinem Gewässer aktuell fangen oder entnehmen darfst.

Köder nutzen, die gerade vorhanden sind

Im Selbstversorgergarten verändert sich das Angebot im Laufe des Jahres. Im Sommer und Herbst stehen beispielsweise Mais, Erbsen und Kartoffeln zur Verfügung. Würmer findest du in einem naturnahen Garten über einen deutlich längeren Zeitraum oder kannst sie in einer eigenen Wurmkiste halten. Mehl für einen einfachen Teig gehört dagegen bei vielen ohnehin zum Vorrat.

So entsteht ein kleiner Kreislauf:

anbauen → ernten → bevorraten → beim Angeln nutzen

Du musst deshalb nicht jeden Köder das ganze Jahr über bereithalten. Oft ist es sinnvoller, mit dem zu arbeiten, was gerade vorhanden ist.

Angelköder im Jahreslauf

Die Übersicht zeigt dir, welche der einfachen Köder im Jahresverlauf besonders leicht aus Garten, Küche und Vorrat verfügbar sind.

Infografik zu Angelködern im Jahreslauf mit Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter sowie passenden Ködern aus Garten, Küche und Vorrat

Kurz beachten: Welche Köder erlaubt sind und welche Fischarten du wann fangen oder entnehmen darfst, kann sich je nach Bundesland, Gewässer und Gewässerordnung unterscheiden. Prüfe deshalb vor dem Angeln die aktuellen örtlichen Bestimmungen sowie mögliche Schonzeiten und weitere Vorgaben.

Fazit

Angelköder selber zu machen muss nicht kompliziert sein. Regenwürmer aus dem Garten, Mais, gegarte Kartoffeln, ein einfacher Teig oder Erbsen zeigen, dass sich mit wenigen vorhandenen Mitteln verschiedene Köder vorbereiten lassen.

Für Selbstversorger ist dabei vor allem die Verbindung interessant: Was du anbaust, erntest und bevorratest, kann teilweise auch beim Angeln genutzt werden.

Wenn du diesen kleinen Kreislauf erweitern möchtest, kannst du eine Wurmkiste aus Holz selber bauen. Und wenn du einen spezielleren Köder herstellen möchtest, kannst du dich anschließend an selbst gemachten Boilies versuchen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Fischerei-, Arten- und Gewässerbestimmungen können sich regional unterscheiden und ändern. Maßgeblich sind immer die aktuell geltenden gesetzlichen Vorschriften sowie die Regeln des jeweiligen Gewässers.

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